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Molekulare Grundlagen der Bewegungsvorgänge bei
Organismen
Bei der Bewegung einer Muskelzelle spiele viele wichtige Faktoren eine
Rolle. Die wichtigsten sind aber doch die beiden Proteine Myosin und Aktin.
Diese beiden Stoffe sind überwiegend in den Muskeln des tierischen
Organismus vorhanden.
Muskeln sind die Effektoren der aktiven Bewegung.
So kommen das Myosin und das Aktin in den Sarkomeren der Myofibrillen vor.
Manomeres Aktin bildet unter Einfluß von Profilin, Tropomyosin und
Troponin Aktinfilamente. Das Myosin liegt zunächst in einer monomeren Form
vor, aus der sich die Myosinfilamente bilden. Ein als Myosinkinase bezeichnetes
Enzym sorgt dann dafür, daß von ATP-Molekülen die jeweils
endständigen Phosphatgruppen auf die Myosinfilamente übertragen
werden. Entscheidend beim ATP ist die Kette aus 3 Phosphat-Resten, von denen
zwei in zwei aufeinanderfolgenden Schritten abgespalten werden können. Erst
entsteht ADP und dann AMP. Nebenbei wird gespeicherte Energie freigesetzt ( 56kJ
/ Mol ATP ) die wir zur Muskelbewegung brauchen. Erst in der phosphorylierten
Form sind die Myosinfilamente in der Lage, mit den Aktinfilamenten in
Wechselwirkung zu treten. Damit die Myosinkinase ihre phosphorylierende Wirkung
entfalten kann, müssen Magesium-Ionen zugegen sein. Das Enzym Phosphatase
(in Nicht-Muskelzellen ) kann die Phosphorylierung des Myosins
rückgängig machen.
In Gegenwart von Calcium-Ionen bewirkt die Spaltung von ATP, daß die
Enden der Aktinfäden ( Filamente ) in Richtung auf die Mitte der
Myosinfäden gezogen werden. Diese Bewegung geht mit der ständigen
Bildung und Öffnung von Bindungen zwischen den Aktinfäden und den
"Köpfen" der Myosinfilamente einher, so daß die Moleküle in
jedem Augenblick nach dem Sperrklinken-Prinzip ( oder Seilzieh-Prinzip ) daran
gehindert sind zurück zu rutschen.
Nun ist der gesamte Muskel kontrahiert. Da sich ein Muskel nicht wieder von
selbst strecken kann, muß sein Antagonist die gleiche Arbeit
durchführen wie eben der Muskel.
Im Muskel regulieren zwei Proteine, Tropomyosin und Troponin, die
Wechselwirkung zwischen den Aktin- und Myosinfilamenten. Ist der Calciumspiegel
in der Muskelzelle niedrig, so hemmt ein Komplex aus den Proteinen die Reaktion
zwischen Aktin und Myosin. Steigt der Calciumspiegel, so bindet sich das Calcium
an das Troponin, woraufhin das Tropomyosin seine hemmende Wirkung verliert und
das Filamentgleiten einsetzen kann.
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